Mobile Datenerfassung (MDE)

Was ist eine Mobile Datenerfassung

Mobile Datenerfassung ist die ortsunabhängige Erfassung von Daten. Anders als an ortsgebundenen Computern (PCs) im Büro oder Terminals an der Wand, findet MDE mit tragbaren Geräten statt, welche Daten erfassen.

Online- und Offline-Technik

Die Geräte können dabei entweder, mit einer Online-Verbindung zu einer Datenbank, die Daten direkt live in Echtzeit erfassen (Online-Technik) oder aber in dem Gerät zwischenspeichern, um sie dann später zu übertragen (Offline-Technik). Bei der Offline-Technik können auch Eingabegeräte ohne Funkverbindung genutzt werden. In diesem Fall findet die Datenübertragung im Anschluss meist über USB mit einem handelsüblichen USB-Kabel statt. Auch eine Docking-Station, welche zum Aufladen und zur Übertragung verwendet wird, wird überwiegend direkt per USB mit einem Computer oder dem Netzwerk verbunden. Mittels dieser Verbindung können dann vorher mit dem Handheld erfasste und gespeicherte betrieblichen Daten übertragen werden. 

MDE und Industrie 4.0

MDE-Geräte dienen auch dazu, Anwendungen und Abteilungen untereinander besser zu vernetzen. Ein einheitlicher Ablauf aller Technologien sorgt für einen reibungslosen Verlauf und eine größere Transparenz aller Prozesse. Durch Aufruf und Initiierung von WEB-APIs unterschiedlichster Anwendungen und einem Backend-System – sogar mit unterschiedlichen Codes – können erforderliche Prozesse besser untereinander kommunizieren und dies trägt sehr zu einer Implementierung in Richtung Industrie 4.0 bei.

Welche Geräte und Gerätetypen können für Mobile Datenerfassung verwendet werden?

Viele unterschiedliche Datenerfassungsgeräte können ganz nach Anwendungsfall zum Einsatz kommen. Die wichtigsten Kriterien für die Unterscheidung sind dabei:

  • Bildschirmgröße, evtl. Touchscreen
  • Tastatur
  • Barcodeleser für 1D und 2D Barcodes
  • Kamera
  • Art der Datenübertagung (Bluetooth, WLAN, LTE, GPRS, Kabel)
  • Akku (Wechselakku, Akkukapazität, Laufzeit)
  • Größe
  • Einhandbedienung oder Zweihandbedienung
  • Kommunikation mit anderen Einheiten, Voice-Funktionalitäten
  • Betriebssystem
  • Speicher, z. B. durch SD-Karte erweiterbar
  • Schutz beim Herunterfallen des Gerätes (Fallschutz) aus einer Höhe von 1,5 m
  • Schutz vor Flüssigkeiten und Staub (Metallstaub, Späne, Wasser, Öl etc.)
  • NFC, um z. B. Mitarbeiter, Material, Lagerplätze, Kunden, Patienten … anhand einer Karte oder Tag per RFID zu identifizieren
  • GPS, um jederzeit oder bei einer Buchung den Standort zu identifizieren.

Schaut man auf diese ganzen Kriterien, fällt schnell auf, dass ein einigermaßen modernes Handy die meisten dieser Kriterien sehr effizient und kostengünstig erfüllt. Für den gewerblichen Einsatz gibt es aber ein paar Defizite, die für viele Anwendungsfälle das Handy als Endgerät noch ausschließen.

Warum ein Handy nicht immer das ideale mobile Datenerfassungsgerät ist

Einige unserer Kunden haben Handys im Einsatz, weil diese ohnehin schon existieren und nur gelegentlich über das Handy gebucht werden soll. Aber auch hier sind folgende Mankos aufgetaucht:

  1. Ein Handy, welches bei der Arbeit im Lager herunterfällt, ist oft danach defekt. Aber auch sonst hat es stark gelitten und musste oft ersetzt werden. Handys haben nun mal nicht dieselben Schutzarten wie ein MDE-Gerät.
  2. Der Barcode konnte anstelle mit einem Laser nur über die Handy-Kamera gelesen werden. Das funktionierte unbefriedigend aufgrund der Entfernung und kostete erheblich mehr Zeit.
  3. Der Akku konnte nicht getauscht werden. Das Gerät ist in sich abgeschlossen und es gibt einfach keinen Zugriff auf den Akku.
  4. Dass der Speicher nicht durch eine SD-Karte ergänzt werden konnte, fiel – anders als erwartet – mit unseren Anwendungen nicht so stark ins Gewicht. 

Vieles davon gilt natürlich auch für ein Tablet. Allerdings haben wir hier den Vorteil eines großen Bildschirmes, wenn viele Informationen gleichzeitig zu verarbeiten sind.

Welches Betriebssystem sollten mobile Geräte haben?

Windows CE / Mobile und proprietäre Geräte

In der Zeit vor 2023 haben wir zwei verschiedene Systeme mit differierenden Betriebssystemen eingesetzt. Zum einen ein proprietäres Betriebssystem für Geräte unseres Lieferanten Datafox, welches auf kleine, sehr robuste MDE-Geräte abzielte und kompatibel mit unseren stationären Einheiten für BDE und PZE ist. Diese Geräte setzen wir auch heute noch gerne ein.

Zum Zweiten kamen Geräte mit Windows CE /Windows Mobile zum Einsatz, wenn es darum ging, komplexere Anwendungen zu programmieren. Diese Anwendungen liefen dann oft auf Terminals von Datalogic (Skorpio, Memor) und Zebra/Motorola/Symbol.

Geräte mit Android oder IOS

Ein mobiles MDE-Gerät

Viele Hersteller haben Windows CE für die Zukunft abgekündigt und setzten immer mehr auf Android. Daher haben auch wir seit 2020 angefangen, unsere zukünftige Technik zu überdenken. Dies hat zur Entwicklung unseres 3S Azure Mobile Frameworks (AMF) geführt. Auf Basis unseres Azul Frameworks haben wir ein Framework entwickelt, mit dem Berater, Partner oder Fachabteilungen selbst – ohne Programmierung – Mobile Anwendungen erstellen oder anpassen können, welche direkt an 3S Azure andocken können. 

Als Entwicklungstool für das 3S AMF diente MAUI ( https://learn.microsoft.com/de-de/dotnet/maui/what-is-maui?view=net-maui-7.0 ), der Nachfolger von Microsofts Xamarin. MAUI kam 2022 auf den Markt. Hiermit sind unsere mobilen Anwendungen ab sofort direkt auf Android, IOS, macOS und Windows lauffähig. Die Einstellungen unserer AMF-Apps sind folglich geräteübergreifend und sehr vielseitig möglich. Der Quelltext für MAUI wird größtenteils in C# erstellt. 

Was kosten MDE-Geräte?

Wir können hier nur eine grobe Preisidee nennen, da abweichende Konfigurationen von Speicher (RAM in MB oder GB) und Prozessoren (Anzahl und Geschwindigkeit in GHz) und andere unterschiedliche Ausstattung zu starken Schwankungen führen können. Auch volatile Kurse und Lieferknappheit bei Chips können zu Änderungen führen.

Wenn Sie ein Handy verwenden wollen, ist dies schon zu Preisen ab 200 EUR möglich.

Ein kleines proprietäres Device wie das Datafox Timeboy kostet Sie um 500 EUR.

Eines mit Android, welches über alle oben genannten Features verfügt, liegt im Bereich zwischen 700 und 1000 EUR. 

Welche Anwendungen können auf MDE-Geräten laufen?

Da die modernen Geräte frei programmierbar sind und auch mit Android viele Entwicklertools zur Verfügung stehen, würde ich die Frage ganz provokant mit „alle“ beantworten.

Die Frage ist: wie werden die Mobilgeräte tatsächlich genutzt? Ein Teil unserer Anwendungen beherrschen z. B. den kombinierten Online-/Offline-Betrieb. Das bedeutet, wenn die Mobilgeräte keine Verbindung zum WLAN- oder LTE-Netz haben, werden Sie Ihre Daten im integrierten SQL Server zwischenspeichern und diese abgleichen, sobald die Verbindung wieder existiert. Die eigentliche Arbeit übernehmen aber immer die Server, und unser MDE-Gerät dient lediglich zur Erfassung oder zur Darstellung von Ergebnissen. Daher ist es möglich, nahezu alle Anwendungen auf den Mobilgeräten laufen zu lassen. Sie kennen das von den Handy-Apps. Und genau wie die Apps im App-Store gibt es z. B. bei uns AMF-Apps, welche für Anwendungen wie die folgenden eingesetzt werden:

  • Datenerfassung bei einer Inventur
  • Erfassung von Wareneingängen mit dem integrierten Barcodescanner
  • Buchungen von Warenausgängen, Picklisten für Verpackungs- und Disponier-Vorgänge
  • In der Produktion für Umbuchungen, Zeitbuchungen, für Rüsten und Produktion selbst
  • In Projekten, um Projektzeiten oder Aufwände auf ein Projekt zu buchen
  • In der Gastronomie, um Kundenwünsche und Bestellungen mit Küche oder der Zubereitung zu verbinden
  • Bei der Pflege und in Krankenhäusern, um Patientendaten schnell und fehlerfrei zu ermitteln und einzusehen

 

Welche Daten werden mit MDE-Geräten erfasst und bei welchen Prozessen?

Alle Daten, die an unterschiedlichen oder wechselnden Standorten erfasst werden. Die Datenerfassung berücksichtigt dabei je nach Unternehmenstyp verschiedene Daten:

In produzierenden Unternehmen

  • Maschinendaten während des Produktionsprozesses
  • Umgebungstemperaturen, Temperaturen, Luftfeuchte, Schadstoffe
  • Rüstzeiten, Fertigungszeiten
  • Produktionsmengen, Ausschuss, Nacharbeit
  • Werkzeugdaten
  • Ergebnisse von Prüfmessungen oder Stichproben
  • Produktionsauftragsbezogene Mitarbeiterzeiten beim Rüsten oder bei der Fertigung, 
  • Mitarbeiterzuordnung zu Arbeitsplätzen
  • Ausfallzeiten und Ausfallgründe von Maschinen
  • Entnahmen von Materialien aus dem Lager, Entnahmescheine
  • Automatische PZE-Buchungen bei Arbeitsbeginn durch BDE-Buchung an dem Arbeitsplatz
  • Lagerverwaltung mit Anbindung an das Warenwirtschaftssystem
  • Wareneingang und Warenausgang
  • Komplette, digitale Inventurabwicklung und -verarbeitung.

Unternehmen aus dem Maschinenbau oder Anlagenbau 

  • Projektzeiten von Mitarbeitern
  • Zeiten, die nicht einem Projekt zugeordnet werden können (Buchungen auf Kostenstellen)
  • Materialentnahme eines Nutzers für das entsprechende Projekt 
  • Kommissionierungen von notwendigem Material – Bedarf aus dem ERP
  • Dokumentation der Überprüfung von Arbeitsprozessen
  • Inventurabwicklungen / Inventurverarbeitungen

in Handelsunternehmen (Großhandel / Einzelhandel)

  • Wareneingang mit automatischem Ausdruck von Etiketten über einen Etikettendrucker, Zuordnung eines Fotos vom Zustand der eingegangenen Lieferung oder deren Verpackung, Seriennummern, Dokumenten und andere Belege, entsprechende Buchungen im ERP-System
  • Warenausgang bei Bedarf mit Ausgabe kundenspezifischer Etiketten, Seriennummern, zum Nachweis Fotos der Lieferung mit Verpackung
  • Lagerumbuchungen von Lagermitarbeitern, welche mit einem entsprechenden Barcode-Scanner ausgestattet sind
  • Anzeige der automatischen Optimierung von Laufwegen mithilfe des ERP-Systems für schnelle und einfache Lagerbuchungen 
  • Erfassung aller Informationen zur Herkunft und Verwendung von Chargen und Seriennummern in den mobilen Terminals
  • Abarbeitung einer Pickliste oder Pickinglist für die Zusammenstellung einer Lieferung. Dabei Vereinfachung des wegeoptimierten Auffindens der gewünschten, zur Verfügung stehenden Komponenten eines Auftrags aus der Warenwirtschaft.
  • Einfache Abarbeitung einer Inventur durch Übertragung von Zähllisten auf einzelne MDE-Geräte. Diese erfassen dann die Strichcodes der Artikel über den Scanner und ermöglichen die Eingabe der gezählten Mengen.

Pflege und Gesundheit

  • Patientenberichte und Protokolle können gespeichert werden
  • Medikationen und Verabreichungen von Medikamenten sind zur optimalen Betreuung jederzeit verfügbar
  • Bemerkungen, Fotos und beliebige Texte zu dem Patienten können gespeichert werden und dienen der flexiblen Information berechtigter Mitarbeiter
  • Alle Daten werden dabei aus Datenschutzgründen verschlüsselt und zentral gespeichert und übertragen. Spezielle Datenschutzfunktionalitäten im Gesundheitswesen werden zuverlässig berücksichtigt
  • Nur berechtigte, eindeutig autorisierte und authentifizierte Personen (mindestens durch zwei-Faktor-Authentifizierung) haben Zugriff auch nur für sie relevante, benötigte personenbezogenen Informationen

Logistikunternehmen und Speditionen

  • Zuordnung von Fahrzeugen zu Touren 
  • Zuordnung von Fahrern
  • Hinzufügen von Fracht zu Touren
  • Kontrolle der Fracht und der bereits bestehenden Beladung
  • Verwaltung von Mehrwegbehältern, zum Beispiel Gitterboxen, Trays, Europaletten und anderer Mehrweg-Ladungsträger
  • Leichte manuelle Zu- und Abbuchung von Fracht und anderen Beständen im Lager
  • Ortsungebundene Materialbuchungen mit GPS Informationen auf den mobilen Endgeräten 

Welche Barcodes für welchen Zweck und welche Prozesse?

Ein Gerät mit Griff für einhändiges Barcodelesen

Neuere 2D-Barcodes erscheinen durch ihren größeren möglichen Inhalt pro Scan und auch durch ihre redundant gespeicherten Informationen – einzelne Bereiche können „beschädigt“ sein – im ersten Moment immer auf dem ersten Platz bei der Auswahl des zu verwendenden Barcodes. Dennoch haben auch herkömmliche 1D-Barcodes Vorteile, wie die schnellere und einfachere Erkennbarkeit. Denken Sie an die Supermarktkasse, an der die Kassierenden sehr effektiv die Produkte mit hohem Tempo über mehrere Laserscanner gescannt haben.

Benötigen Sie also nur wenig Informationen, um z. B. eine achtstellige Artikelnummer zu identifizieren, reicht ein 1D-Barcode völlig aus. Wollen Sie aber zusätzliche Eigenschaften des Artikels einlesen können, da der scannende Mitarbeiter vielleicht öfter keinen Zugriff auf die Datenbank hat, ist ein 2D-Barcode intelligenter und haushoch überlegen. Auch kombinierte Informationen können – wenn sie länger sind – besser in einem 2D-Barcode untergebracht werden. Wenn wir den Start eines Arbeitsgangs in der BDE manuell über einen Barcode erfassen wollen, so speichern wir deutlich mehr Zeichen als nur eine Artikelnummer. Der Barcode setzt sich zusammen aus <typinfo><Produktionsauftragsnummer><Arbeitsgangnummer> Das mag je nach Range / Länge der verwendeten Nummernkreise noch in einem 1D-Barcode speicherbar sein, aber wir kommen damit schon an eine Grenze. Der Barcode wird dann sehr lang und dies schließt eine Reihe von Barcodelesern aus, welche oftmals nur bis zu einer bestimmten Breite lesen können. Hier lohnt sich ein Test mit verschiedenen bestehenden Daten und auch den Barcodelesern, die verwendet werden sollen. 

Es gibt noch einen weiteren Aspekt, der bei der Auswahl berücksichtigt werden muss. Die Herstellung eines 2D-Barcodes ist einfach mit einem Rechenaufwand verbunden, während ein 1D-Barcode einfach durch Hinzufügen einer weiteren Schriftart ergänzt werden kann. In unserer Software können wir an jeder Stelle einen 2D-Barcode erstellen, der dann später von einem Mobilcomputer gelesen werden kann. Aber vielleicht muss ein Barcode bei Ihnen anderes erstellt werden. Das führt dann gelegentlich zu Schwierigkeiten in älteren, bereits vorhandenen Softwarelösungen.

Welche Barcode Scanner sollten in den Datenerfassungsgeräten sein?

Natürlich hängt das von den verwendeten Barcodes ab. Dennoch würde ich bei der Neuanschaffung einer MDE-Lösung die Einheiten grundsätzlich mit einem 2D-Leser ausstatten und dabei darauf achten, dass dieses MDE-Device auch 1D-Barcodes erkennen kann.

Nun müssen Sie noch überlegen, aus welcher Entfernung die Barcodes gelesen werden sollen. Hier gibt es einfach verschiedene Geräte mit verschiedenen Reichweiten.

Typische Reichweiten von Barcodelesen in MDE-Geräten

10 cm Handykamera
1–2 m Laser in MDE-Gerät
> 2 m Long-Range Laserscanner

Wenn Sie also Barcodes vom Boden aus in 10 m hohen Regalen auf Kartons ihrer Lagerbestände lesen wollen, müssen Sie entweder über den Einsatz eines Long-Range Lasers nachdenken, oder aber den entsprechenden Arbeitsablauf überdenken. Vielleicht ist es eine Alternative, einen Barcode für den hohen Lagerort selbst unten an das hohe Regal anzubringen. Es gibt viele Lösungen und Varianten bei solchen Anwendungen und Sie sollten mit uns oder einem anderen ERP-Partner darüber sprechen.

Prinzipiell sollten Sie nicht nur einzelne MDE-Devices und Barcodes im Blick haben, sondern auch auf die Komplettlösung achten. Denn es ist viel praktischer, mit denselben Geräten wahlweise verschiedene Anwendungen für unterschiedliche Funktionalitäten einsetzbar zu haben. Oft werden Sie erst später erkennen, welche Einsatzgebiete sich für Ihre mobile Datenverarbeitung durch eingeplante Flexibilität der einzelnen Applikationen in Ihren Geschäftsprozessen optional oder durch neue Module technisch verwirklichen lassen. 

Ist eine zusätzliche Kamera in einem MDE Gerät nötig?

Die häufigste Anwendung einer Kamera in einem MDE-Gerät ist das Fotografieren von ein- oder ausgehender Ware. Diese aufgenommenen Fotos werden dann dem Lieferschein im Warenausgang oder auch dem Wareneingang zugeordnet. Mit einer so durchgeführten Zuordnung eines Fotos zu einem Vorgang können wir beweisen, dass die Ware unser Haus wie gewünscht verlassen hat. Im Wareneingang ist es genau umgekehrt. Hier weisen wir mit einem Foto nach, dass Ware uns eben nicht wie erwartet erreicht hat. Das System meldet dies dann auf Wunsch beim Frachtführer oder beim Lieferanten.

Ein solches Foto kann natürlich auch an völlig anderen Stellen verwendet werden. Es ist schnell gemacht und sagt oft mehr als viele Worte. Denken Sie an einen Werkzeugdefekt, an einen Lagerort oder ein Bild von der Maschine eines Kunden bei einem Außendiensteinsatz.

Sicherlich haben Sie jetzt schon einige Beispiele im Kopf. Eine modernes ERP-System, wie das von 3S, ist dabei sehr flexibel und kann Dokumente wie Fotos ohne eine Programmänderung ganz einfach zu allen Entitäten zuordnen. 

Datensicherheit und Datenschutz bei der mobilen Datenerfassung – worauf müssen Sie achten?

Datensicherheit bei mobiler Datenerfassung

Wir empfehlen Ihnen für die MDE-Geräte dieselben Sicherheitsvorkehrungen zu treffen, wie diese auch für Notebooks in Ihrem Unternehmen gelten. Ein Android MDE-Device kann zwar nicht Mitglied ihrer Domäne werden und deshalb auch keine vererbten Richtlinien (Policies) erhalten und befolgen, dennoch haben diese mobilen Terminals und deren Software oftmals die Möglichkeit der Autorisierung und auch der Authentifizierung. Hierbei unterscheiden wir bei 3S z. B. zwischen Geräten mit wechselndem Benutzer, welche allgemein zugänglich sind, und personenbezogenen Geräten wie Handys oder auch Geräten, die fest einem Benutzer zugewiesen sind. Bei diesen Geräten ist eine Identifikation des Benutzers nicht bei jedem Einschalten erforderlich und erfolgt dann über einen Cookie oder bereits über das Betriebssystem des Gerätes. 

Auch bei der Software müssen wir hier eine Fallunterscheidung machen. Wir haben Apps, welche offlinefähig sind und welche, die nur online funktionieren. Bei den onlinefähigen Apps werden die Daten direkt zum Server geschickt und verbleiben nicht vollständig auf dem Gerät, wie es bei Offline-Apps der Fall ist. Hier werden oft ein halber Tag bis zur Pause Daten erfasst, welche dann erst übertragen werden. Es ist ärgerlich, wenn das Gerät und damit auch alle Daten verloren gehen. Daher sollten Sie im Offline-Betrieb möglichst regelmäßig die Daten übertragen. 

Wann und an welcher Stelle besser Offline- oder Onlinebetrieb erfolgt und wann für welchen Zweck welche Gerätetypen zu bevorzugen sind, würden wir gerne mit Ihnen besprechen. Natürlich können Sie das auch mit einem anderen ERP-Partner besprechen, der über genügend Erfahrung verfügt, um eine perfekte Lösung für Sie zu finden.

Datenschutz bei mobiler Datenerfassung

Nicht nur im Umfeld der Gesundheit werden personenbezogene Daten gespeichert, die ganz besonders schützenswert sind. Auf folgende Kriterien sollten Sie achten:

  • Haben Sie das Einverständnis von allen Personen, deren Daten gespeichert werden?
  • Werden personenbezogene Daten in der Software entsprechend geschützt (z. B. verschlüsselt, Ablaufdatum etc.) und auch verschickt?

Nicht nur personenbezogene Daten sind schützenswert. Auch andere betriebliche Daten sind schützenswert. Daher:

  • Ist der Datentransfer zwischen den MDE-Einheiten und dem Server / der Cloud verschlüsselt?
  • Findet der Transfer mit sicheren, standardisierten Web API Funktionalitäten statt?
  • Kann ein MDE-Gerät bei Verlust aus der Ferne gelöscht werden?
  • Gibt es Berechtigungen für den Zugriff auf die Daten?
  • Gibt es Funktionalitäten, welche alte Daten automatisch auslagern oder löschen kann?

WLAN, LTE, Bluetooth oder Funkstille – wo und wie können mobile Datenerfassungsgeräte zum Einsatz kommen?

Je nachdem, wo ein MDE-Device zum Einsatz kommen soll, müssen Sie darauf achten, dass es sich auch mit dem Server oder der Cloud unterhalten kann. Hier gibt es verschiedene Lösungen. Bei einigen entstehen Kosten je nach Datenmenge und andere sind kostenlos. Wenn Sie keine drahtlose Kommunikation mit Server oder Cloud wünschen, ist das auch möglich. In diesem Fall werden die erfassten oder bearbeiteten Daten in dem Gerät gespeichert und regelmäßig über eine eingebaute Schnittstelle per USB-Kabel übertragen.  

Wenn Sie in Ihrem Betrieb an den entsprechenden Stellen über ein WLAN verfügen, können die Erfassungsgeräte auch einwandfrei über WLAN arbeiten. Beim Einsatz im Außendienst oder an Stellen ohne WLAN können Sie natürlich ein WLAN auf Ihrem Handy freigeben (Tethering), oder wenn das öfter vorkommt, direkt über eine SIM-Karte auf mobile Daten von Telekom, O2, Vodafone etc. zugreifen. Je nach Standort, Verfügbarkeit, Anbieter und Tarif findet dann der Datenaustausch über LTE, 3G, 4G, 5G, Edge, GPRS statt. Die jeweils verwendete Verbindung wird auf den meisten Geräten angezeigt werden und wird ohne entsprechende Einstellung in aller Regel auf das Maximum optimiert. Ein anschließender Positionswechsel kann natürlich je nach Position dazu führen, dass die Verbindung schlechter wird. Sie kennen das bestimmt von Ihrem Handy. 

Bluetooth verfügt nicht über genügend Reichweite, um MDE großflächig funktionieren zu lassen. Bluetooth kann aber zum Einsatz kommen, um Eingabegeräte wie Tastaturen, Scanner, IR-Kameras, Messgeräte etc. mit den MDE-Geräten selbst zu koppeln.

Benötigen MDE-Geräte eine Tastatur?

Die Bedienung der Geräte-App kann über einen Scanner und auch über eine virtuelle Bildschirmtastatur erfolgen, welche sich mittlerweile intuitiv bedienen lassen. Deshalb ist eine physikalische Tastatur für eine kurze Eingabe meist nicht erforderlich. Wenn wir es mit einem Gerät zu tun haben, welches große Mengen von Zeichen per Eingabe erfassen muss, wie manuelle Eingabe von Seriennummern bei Lagerprozessen, vielfache Erfassung von Zählerständen, Zählungen usw., ist die Effizienz mit einer physikalischen Tastatur natürlich größer.

Der Akku eines MDE-Geräts – worauf sollten Sie dabei achten?

Solch ein elektronisches Device benötigt natürlich auch einen Akku. Anspruchsvolle Geräte verbrauchen oft mehr Energie als kleine – die meisten sind ausgelegt für 4-10h Betrieb. Da das auch sehr stark von Faktoren wie Benutzungshäufigkeit, Funkverbindung, Bildschirmgröße, Bildschirmhelligkeit, Temperatur und sogar vom verwendeten Programm auf dem Gerät abhängt, kann ich keine gute Prognose abgeben. Viele Unternehmen tauschen entweder das Gerät aus, oder einfach nur den Akku. Ich empfehle Ihnen, ein Gerät zu testen, um später zu entscheiden, ob Sie mit Zweit-Akku arbeiten müssen. Die Geräte würde ich – wenn verfügbar – ohnehin mit austauschbarem Akku beschaffen. Denn auch Akkus werden bei täglichem Gebrauch weniger. Bei zwei vollen Ladezyklen pro Tag werden Sie die Akkus spätestens nach 2–3 Jahren tauschen wollen.

Natürlich ist es viel günstiger, einen zweiten Akku anzuschaffen, als ein zweites MDE-Device. In diesem Fall sollten Sie ein Ladegerät beschaffen, in das man die einzelnen Akkus stecken kann. Oft gibt es verschiedene Ladestationen, die einen für das ganze Device und andere nur für den Akku.