Das 3S Modul Produktionsplanung

Was noch vor 20 Jahren in jedem Wirtschaftslexikon PPS-System genannt wurde: eine Software, welche die Produktionsplanung und Produktionssteuerung eines Betriebes leistete, ist heute nur noch ein Teil einer meist viel komplexeren Ressourcenplanung innerhalb einer ERP-Software, die unternehmensweite Ressourcen planen kann (ERP = Enterprise Ressource Planning).

Neben der klassischen Planung und Steuerung von Produktionsprozessen werden in einem ERP-System zusätzlich auch die Ressourcen geplant, die nur indirekt mit der Produktionsplanung in Verbindung stehen.

Man hat erkannt, dass ein produzierendes Unternehmen ein komplexes Gebilde von wechselseitigen Abhängigkeiten ist, das weit über die Produktion und Fertigungsplanung hinaus reicht und deshalb am Besten in seiner Gesamtheit geplant und gesteuert wird. Was nützt es , wenn die Produktion perfekt geplant ist, aber der Einkauf das Material nicht rechtzeitig beschafft; oder wenn ein Liquiditätsengpass, der nicht rechtzeitig in der Buchhaltung erkannt wird, den Einkauf komplett verhindert? Wenn Daten aus dem Supply Chain Management (SCM) oder plötzlich sich ändernde Abrufe von Kunden nicht in die Planung einfließen? Sie erkennen relativ schnell, dass es nicht alleine mit der Planung der Produktion getan ist.

Nur Verfahren und Methoden zur Planung aller Teilaspekte, also eine Planung der Gesamtheit des Unternehmens ergibt richtig Sinn. Wer es dann noch schafft, seine Partner und Zulieferunternehmen erfolgreich in die Fertigungssteuerung einzubeziehen, ist oftmals seinen Wettbewerbern einen großen Schritt voraus.

Obschon der Begriff PPS im Jahr 2017 etwas aus der Mode gekommen sein mag, bleibt die Notwendigkeit der Steuerung und Lenkung Ihrer Produktionsprozesse selbstverständlich existent. Wir vertreten zwar die Meinung, dass die Produktionsplanung nur ein Teil einer ERP-Lösung ist, aber, wenig überraschend, in einem Fertigungsunternehmen eben einen ganz wichtigen und erheblichen Teil darstellt.

Verschiedene Ansätze in verschiedenen Branchen

Gewisse Prinzipien der Produktionsplanung sind in jedem Betrieb identisch, dennoch stoßen wir bei unterschiedlichen Fertigungsunternehmen, unseren Kunden also, auf unterschiedliche Anforderungen. Meistens richten sich diese Anforderungen nach den Ressourcen-Engpässen der Unternehmen. Während vielleicht ein Maschinenbauer Engpässe im Bereich Personal, Fläche oder Materialbedarf hat, wird eine Serienfertiger-Fabrik ihre Kapazitätsplanung eher mit einer Maschinenbelegungsplanung vornehmen. Da solcherlei Unterschiede sich branchenspezifisch an vielen Stellen in einem ERP-System bemerkbar machen, haben wir bei 3S uns dafür entschieden, verschiedene Branchen auch mit entsprechend konfigurierten ERP-Modulen je nach Branche (siehe -> ERP-Branchenmodule) auszustatten.

Diese Parameter finden Berücksichtigung in der Produktionsplanung:

  • Maschinelle Kapazitäten,
  • Mitarbeiter,
  • Fabrikplanung und Betriebstagekalender,
  • Wochenplan,
  • Schichtplanung,
  • Urlaubsplanung,
  • Losgrößenplanung,
  • Optimierungsmodelle,
  • Werkzeugplanung und Werkzeugverwaltung,
  • Materialplanung und Disposition als Ergebnis eines MRP-II (Material Ressource Planning) -Laufes in der Materialwirtschaft (Mengenplanung),
  • Bereits bestehende Fertigungsaufträge,
  • Durchlaufzeiten,
  • bereits bestehende Kapazitätsauslastung und
  • Planung der Fremdarbeit. 

Sie merken schon, das ist keine einfache Sache. Es geht weit über das hinaus, was ein simples "Produktionsprogramm" leistet. Bei Letzterem wird meist nur anhand des Materialverbrauchs einer Stückliste geplant. Maximal finden noch die Zeiten der Arbeitsgänge über einen bestimmten Planungszeitraum Berücksichtigung in der Produktionsplanung. Heutzutage fordert das Produktionsmanagement berechtigterweise weitaus mehr Features, um der Komplexität gerecht zu werden. 

Materialwirtschaft und Produktion - wie wirkt das zusammen?

Produktionsplanung unter Berücksichtigung von Material

Ein Teil, ein Artikel oder eine Baugruppe, die gefertigt werden sollen, benötigen zur Fertigung meist auch Ausgangsmaterial. Dieses Material muss natürlich zum richtigen Zeitpunkt verfügbar sein.

Auf der einen Seite ist es schlimm wenn es eben nicht verfügbar ist, und die in der Ablaufplanung vorgesehene Maschine nicht laufen kann, nur weil das Material nicht zur Verfügung steht. Auf der anderen Seite ist es mit hohen Kosten verbunden, wenn im Lager viel Material liegt, welches erst später benötigt wird.

Nicht nur das Material, welches unnötig Kapital bindet, sondern auch die Lagerflächen kosten Geld. Zusätzlich drohen Wertverluste, Verluste durch Materialpreisschwankungen und, für die, denen das das noch nicht reicht, auch noch Währungsverluste und zahlreiche andere Risiken.

Die Auflösung dieses Dilemmas leuchtet sofort ein. Einstein hat einmal gesagt: Man soll eine Sache so einfach wie möglich machen, aber nicht einfacher. Also: Wir benötigen das Material so spät wie möglich, aber keineswegs darf es später eintreffen. Eine solch einfache Aussage verlangt natürlich nach einem knackigen Terminus technicus: "just-in-time".

Gerade noch rechtzeitig benötigen wir das Material. Rechtzeitig, damit unsere Maschinen nicht still stehen und alles gemäß Reihenfolgeplanung vonstatten geht. Rechtzeitig, damit die teure Produktionstechnik nicht ungenutzt herumsteht, sondern am besten 24/7 läuft.

Eine vernünftige Produktionsplanung nähert sich dem Themenkomplex "Fertigung und Material" hier also von beiden Seiten: Wenn das SCM oder das Qualitätsmanagement (QM) signalisiert, dass das Material nicht rechtzeitig zur Verfügung steht, wird es in der Produktionsplanung die Arbeitsgänge an den entsprechenden Arbeitsplätzen sinnvollerweise nicht vorschlagen.

Auch im entgegengesetzten Fall muss seitens des PPS gehandelt werden: Wenn die Maschine defekt ist, oder wenn sie durch einen ungeplanten Arbeitsgang, durch einen Werkzeugdefekt oder z. B. auch durch eine unerwartet hohe Durchlaufzeit des vorhergehenden Auftrags noch nicht bereit ist, muss auch das Material noch nicht geliefert werden.

Produktionsplanung unter Berücksichtigung von Mitarbeitern

Das 3S ERP plant Mitarbeiter aufgrund von Betriebstagekalendern, Wochenarbeitsplänen, Schichtplänen und seit Anfang 2017 auch aufgrund von Fertigkeiten (Skills).
Für bestimmte Arbeitsgänge können also diese geforderten Kenntnisse definiert werden, damit auch dementsprechend die richtigen Mitarbeiter zur Verfügung stehen. Natürlich müssen auch Urlaub, Krankheit, Berufsschule, Feiertage und andere Ereignisse geplant werden.

Produktionsplanung unter Berücksichtigung von Werkzeug und Betriebsmitteln

Auch hierbei kann unsere Ablaufplanung genau erkennen, ob ein Werkzeug oder ein anderes Betriebsmittel einsatzbereit ist. Unser eigenes Modul zur Werkzeugplanung hilft nicht nur dabei, Termine und Wartungen rechtzeitig einzuhalten, es kennt auch den Status eines Werkzeuges. Mehr lesen Sie dazu in der Beschreibung unseres Moduls Werkzeugverwaltung.

Sie merken schon: alle Bereiche einer Firma müssen permanent miteinander reden. Natürlich auch -- "Just-in-Time". Unsere ERP-Software verbindet alle Firmenteile und unsere Branchenmodule sprechen genau Ihre Sprache. Deshalb würden wir auch gerne mit Ihnen sprechen.

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