Anlagenbuchhaltung

Die Anlagenbuchhaltung ist Bestandteil des Rechnungswesens / der Buchführung. In der Anlagenbuchhaltung werden alle Anlagegüter: Maschinen, Gebäude, Fahrzeuge etc. gelistet, die sich im Anlagevermögen Ihres Unternehmens befinden.

Diese sogenannten Sachanlagen können nicht wie geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG) auf einmal abgeschrieben werden; stattdessen kommt jedes Jahr ein Teil der Summe in die Abschreibung - solange, bis die Investition vollständig abgeschrieben ist. Ein Steuerberater, Anlagenbuchhalter oder Bilanzbuchhalter ermittelt daher mit der Anlagenbuchhaltung aus den Anschaffungskosten und dem Alter Ihrer Vermögensgegenstände den jeweiligen Restwert, also den Buchwert Ihres Anlagevermögens.

Geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG) 

Der Gesetzgeber sagt: Wenn Sie eine Sache kaufen, die dazu gedacht ist, Ihr Unternehmen zu betreiben, können die Kosten für diese Sache nicht gewinnmindernd angesetzt werden. Im Prinzip ist diese Anschaffung dann genauso zu sehen, als ob das Geld noch auf Ihrem Konto liegt. Allerdings sieht Vater Staat ein, dass diese Sachen oftmals an Wert verlieren. Der Buchwert - also die Kennzahl, die angibt, was das Wirtschaftsgut noch wert ist - wird abnehmen, weil sich die Anschaffungen mit der Zeit abnutzen. Diesen Wert kann man als sogenannte Abschreibung absetzen. Daher kommt auch der Begriff Absetzung für Abnutzung oder auch kurz AfA genannt.  

 Die zuerst angesprochenen GWG sind in der Anschaffung günstig, sodass sich der Aufwand in der Anlagenbuchhaltung für "jeden Bleistift" nicht lohnt. Daher hat man eine Grenze für Wirtschaftsgüter festgelegt, unter der die komplette Abschreibung sofort erfolgen kann. 

Diese Grenze beträgt in 2017 noch 410 EUR (§ 6 Abs. 2 Einkommensteuergesetz - EStG). Ab 1. Januar 2018 wird die Grenze laut Beschluss vom 26. April 2017 kräftig angehoben auf Anschaffungskosten in Höhe von 800 EUR Netto. 

Das bedeutet, dass Sie ein Handy (bis 952 EUR Brutto bei 19% MwSt.) nicht mehr über mehrere Jahre abschreiben müssen, sondern sofort als Verlust bzw. Gewinnminderung einsetzen können. 

Alle höherwertigen Güter kommen in die Anlagenkartei unserer Anlagenbuchhaltung. Die Summe der Buchwerte macht dann das Anlagevermögen in der Anlagenbuchhaltung aus. In der Finanzbuchhaltung kann der Teil des Anlagevermögens, der im jeweiligen Jahr abgeschrieben wird, monatlich (meist in 12 Teilen) vom Gewinn abgezogen werden. Zum Jahreswechsel vermindert sich dann der Wert in der Anlagenkartei für jedes Anlagegut der Anlagenbuchhaltung entsprechend. Im nächsten Jahr sinken also die Abschreibungen als Verlust im Rechnungswesen dementsprechend. Das geht solange, bis die Investitionssumme komplett abgeschrieben ist. Danach bleiben die Vermögensgegenstände mit 1 EUR in der Anlagenrechnung erhalten. Das nennt man Erinnerungswert. Die Zeitdauer (also die Anzahl der Jahre), innerhalb der abgeschrieben wird, richtet sich nach der Nutzungsdauer bzw. Abnutzungsdauer des Anlagegutes. Ein Auto verliert sehr viel langsamer an Wert als ein PC, der nach 3-5 Jahren nicht mehr dem Stand der Technik entspricht. Damit bei dieser komplexen Materie sich kein Fehler einschleicht, sollte Ihr Steuerberater oder ein Bilanzbuchhalter bei der Einschätzung der Abschreibung helfen. Ein erfahrener Anlagenbuchhalter weiß auch genau um die Abschreibungsdauer Ihrer Wirtschaftsgüter Bescheid.

Anlagengitter

Aus allen Abschreibungen zusammen bildet sich das Anlagengitter. Dieses enthält für jede Anlage der Anlagenbuchhaltung: 

  • Das Datum der Buchung 
  • Die Eindeutige Bezeichnung mit Serien- oder Inventarnummer des Bilanzposten  
  • Die Anschaffungs- oder und/oder Herstellungskosten 
  • Alle Zu- und Abgänge sowie Umbuchungen 
  • Die Zu- und Abschreibungen 
  • Die Abschreibung im aktuellen Jahr und im Vorjahr 
  • Den Buchwert im aktuellen Jahr und im Vorjahr 

Schnittstellen zur anderen Teilen des Rechnungswesens

Ihre Anlagegüter und Sachanlagen tauchen natürlich nicht nur in der Anlagenbuchhaltung auf. Eine Anlage wird z. B. im Controlling in der Kostenrechnung (auch Kosten- und Leistungsrechnung genannt) verwaltet, im Jahresabschluss der Buchhaltung finden wir das Anlagengitter wieder und in der Inventur listen wir die Anlagen auf den Zähllisten, um den Bestand zu kontrollieren. Dies sind nur ein paar Beispiele, wie sich die 3S ERP-Module unserer ERP-Software miteinander verbinden lassen.