Variantenkonfigurator - Artikelgenerator und Stücklistenkonfigurator

Das neue Modul Variantenkonfigurator ermöglicht das automatische Generieren von Artikeln, Stücklisten und Stücklistenvarianten. Gerade für Variantenfertiger aber auch für Hersteller von komplexen Teilen - welche sich nur in einzelnen Details unterscheiden - bietet das neue Modul der 3S ERP Software eine Reihe von Arbeitserleichterungen.

Artikel, die durch die Kombination ihrer unterscheidlichen Optionen zur einer großen Produktvielfalt führen, können durch den Konfigurator automatisch generiert und sehr viel einfacher gepflegt werden.

Der Konfigurator wird in zwei relativ unabhängige Bereiche, den Artikelgenerator und den Stücklistenkonfigurator unterteilt. Beide Komponenten beziehen Ihre Daten über eine Produktreihe, welche durch die Zusammenführung einzelner Optionen definiert wird.


Warum Variantenkonfigurator?

Produkte, die anhand Ihrer Optionen zu einer hohen Produkt- und somit Artikelvielfalt führen, können manuell nur mit hohem Aufwand gepflegt werden. Änderungen in der Fertigungsstruktur sind dann schwer zu überschauen.

Die 3S Lösung besteht darin, einen aus vertrieblichen Gesichtspunkten bestehenden Artikel mit seinen Optionen zu beschreiben und daraus die, von der Software benötigten Artikel automatisch zu generieren.

Der Vertriebsartikel mit seinen vielen Varianten kann softwaretechnisch nicht als ein echter Artikel betrachtet werden. Er bildet vielmehr durch seine variierenden Ausführungen eine ganze Produktreihe.

Erst durch die Festlegung seiner Optionen kann der echte Artikel identifiziert werden. Aus technischer Sicht ist jede mögliche Kombination seiner Optionen ein eigener Artikel.


Begriffsdefinitionen

Produktreihe:  Der Artikel aus Sicht des Vertriebs
Ausführungsgruppe:  Eine Option des Vertriebsartikels
Ausführungscode:  Der mögliche Wert der Ausführungsgruppe / Option
Ausführung:  Eine mögliche Kombination der Ausführungscodes. Sie entspricht einem Artikel.
Ausprägung:  Die Anzahl aller möglichen Kombinationen einer Produktreihe
Produktvielfalt:  Die Anzahl aller Kombinationen aller Produktreihen


Produktkonfigurator

Erfassung der Produktreihe

Produktkonfigurator


Nach Eingabe der Produktreihe erhalten Artikel, die durch den Generator generiert werden, die gleichen Werte wie der Basisartikel, wenn das Eingabefeld nicht gezielt vom Generator gesteuert wird.

Die Stückliste des Basisartikels wird vom Generator als Vorgabe übernommen und kann dann für jeden Artikel individuell angepasst werden.

Artikeln, die sich aus den Ausführungsgruppen ergeben, werden Nummern zugeordnet. Diese Nummern werden automatisch generiert. Entweder wird die Artikelnummer anhand einer laufenden Nummer in Verbindung mit konstanten Werten vergeben oder es handelt sich um eine "sprechende" Artikelnummer, in der sich die einzelnen Ausführungscodes wiederspiegeln.

In beiden Fällen hat man zusätzlich die Möglichkeit, die automatisch generierten Artikel später durch bereits bestehende Artikel zu ersetzen. Diese manuell zugeordneten Artikel müssen nicht in das Schema der Artikel-Vorlage passen.

Der Grundpreis der Produktreihe wird um die Preise der einzelnen Optionen erhöht (z. B. Aufpreise) oder vermindert und ergibt dann den Preis der jeweiligen Ausführung.



Artikelgenerator

Den Artikelgenerator können Sie aus der Erfassungsmaske der Produktreihe heraus starten. Die Produktreihe wird dadurch automatisch gespeichert. Der Generator stellt Ihnen nun die Codes der Prdoduktreihe zur Verfügung. Sie können damit gezielt einzelne oder aber alle Codes auswählen. Aus den ausgewählten Codes werden dann automatisch alle entsprechenden Artikelnummern generiert.

Die Anzahl der Artikel ergibt sich aus der Multiplikation der Anzahl der Codes je Gruppe. Wählt man alle Codes aus, so ergibt sich dadurch die höchstmögliche Ausprägung der Produktreihe. In jeder Ausführungsgruppe muss mindestens ein Code gewählt werden.

Artikelgenerator in ERP Software

In der Regel gibt es zwei Vorgehensweisen zur Nutzung der Artikelgenerators:

  • Es werden alle möglichen Kombination direkt als Artikel angelegt. Das hat den Effekt, daß diese Artikel z.B. zur Pflege eines Kataloges vorhanden sind. Nachteil ist, daß im System Artikel existieren, die u. U. niemals verkauft oder produziert werden.
  • Es wird nur der Artikel angelegt, der grade an einen Kunden verkauft wird. Der Artikelkgenerator kann hier zur Entscheidungsfindung des Kunden beitragen, da man für Alternativen online den Preis berechnen lassen kann.

 

Sollte ein Artikel dieser Produktreihe bereits vor der Nutzung des Artikelgenerators angelegt worden sein, so kann dieser manuell der entsprechenden Ausführung zugeordnet werden. Er muss nicht in das Schema der Artikelnummern-Vorlage passen. Existierende Artikel werden anhand ihrer Produktreihe und ihrer Eigenschaften (Ausführungsgruppe) im Artikelstamm der zu generierenden Ausführung zugeordnet. Ausschlaggebend ist also nicht die Artikelnummer!

Neue Ausführungsgruppen werden automatisch im Eigenschaftenstamm hinterlegt. Folgende Felder werden durch den Artikelgenerator gepflegt:

  • Artikelnummer. Nur bei erstmaliger Anlage.
  • Bezeichnung
  • Produktreihe
  • Artikeltext
  • Suchbegriffe. Bestehende werden beibehalten und durch die generierten Suchbegriffe erweitert.
  • Werkstoff, sofern eine Ausführungsgruppe der Produkreihe angehört, die im Eigenschaften- oder Merkmalstamm als Werkstoff zugeordnet wurde.
  • Eigenschaften. Bestehende werden beibehalten und durch die generierten erweitert.

 


Stücklistenkonfigurator

Den Stücklistenkonfigurator können Sie ebenfalls aus der Erfassungsmaske der Produktreihe heraus starten. Er stellt Ihnen zwei Tabellen zur einfachen Pflege der Stücklistenkomponenten und -arbeitspläne dieser Produktreihe zur Verfügung.

Es werden alle Fertigartikel, die dieser Produktreihe angehören, angezeigt. Dabei ist es nicht relevant, ob der Artikel manuell oder durch den Artikelgenerator angelegt wurde.

Als inaktiv gekennzeichnete Artikel werden unter "Sonstiges" angezeigt und stehen in der Erfassungstabelle nicht zur Verfügung. Sie können diese per Knopfdruck wieder zur Tabelle hinzufügen und dadurch den Artikel bzw. die Stückliste wieder aktivieren.

Bei erstmaligem Aufruf des Stücklistenkonfigurators werden Ihnen die Mengen der Basisstückliste vorgeschlagen. Sie können nun für jede Stückliste die Mengen der Komponenten und die Stückzeiten der Arbeitsgänge hinterlegen. Komponenten mit Menge 0 und Arbeitsgänge mit 0-Zeiten werden nicht in die Ergebnis-Stückliste übernommen.

Stuecklistenkonfigurator in ERP Software

Sie können den Vorschlag zuvor beeinflussen, indem Sie den Komponenten bzw. den Arbeitsgängen der Basisstückliste eine oder mehrere Codes zuordnen. Der Konfigurator prüft dann, ob der Artikel über einen entsprechenden Code (Wert der Eigenschaft) im Artikelstamm verfügt. Nur wenn die Bedingung zutrifft, wird die Menge der Basisstückliste vorgeschlagen. Siehe Punkt "Erfassung der Basisstückliste". Auch detailliertere Vorschläge, wie z. B. die automatische Berechnung der Menge, können anhand von Makros realisiert werden.


Erfassung der Basisstückliste

Die Definition der Basisstückliste erfolgt wie das Anlegen einer normalen Stückliste. Sie wird mit allen zur Verfügung stehenden Komponenten und Arbeitsgängen angelegt und stellt somit eine Maximalstückliste dar.

Zu jeder Komponente und zu jedem Arbeitsgang können Sie eine Vorauswahl der Ausführungscodes treffen. Sobald kein Code hinterlegt wird, wird diese Komponente bei jeder Ausführung im Stücklistenkonfigurator vorgeschlagen. Andernfalls tragen Sie den relevanten Code ein: {Code} oder Gruppenbezogen: {Gruppe:Code}.

Sie können auch Verknüfungen mit AND / OR realisieren. Operatoren mit NOT und Klammersetzung sind ebenfalls möglich.

Nachträgliche Bearbeitung von generierten Artikeln und Stücklisten

Generierte Artikel und Stücklisten können nur teilweise manuell geändert werden. Es wird empfohlen, die entsprechende Frage beim Aufruf des Artikels im Artikelstamm mit Nein zu beantworten. Wenn Sie dennoch die Artikel vollständig pflegen möchten, so werden diese Artikel vom Konfigurator entsprechend gekennzeichnet und bei der nächsten Generierung zwar erkannt, jedoch nicht mehr verändert.

 

Sie können später dann im Konfigurator den Artikel manuell wieder dem Automatismus hinzufügen. Gleiches gilt für die Stücklisten. Ob eine manuelle Pflege von automatisch generierten Artikeln grundsätzlich erlaubt ist, kann im Mandantenstamm eingestellt werden.


Beziehungswissen 

Mit Hilfe der in 3S implementierten Makros kann zusätzlich Beziehungswissen hinterlegt werden. Das Beziehungswissen legt fest, welche Varianten erlaubt, vorgeschlagen oder gesperrt werden. Das Beziehungswissen welches mit den 3S Makros hinterlegt wird, wird in der SQL Datenbank als Beziehungswissenstamm abgelegt. Das Beziehungswissen kann dabei auf die Artikeleigenschaften / Merkmale zugreifen. Durch die Zuordnung auf die Artikeleigenschaften / Artikelmerkmale wird eine sehr detaillierte Klassifizierung des Beziehungswissenstammes ermöglicht.

 

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